Schlagwort: Achtsamkeit

Einfach nur Musik – achtsam hören ohne Ablenkung

Heute in meiner Mittagspause sass ich da und hörte Musik auf meinem iPod classic. Währenddessen kam mir plötzlich der Gedanke, wie angenehm diese Art des Musikhörens eigentlich ist.

Der iPod konnte in diesem Moment genau das, wofür ich ihn brauchte: meine Musik abspielen.

Keine Nachrichten erschienen plötzlich auf dem Bildschirm. Keine E-Mails, kein Instagram, keine Push-Mitteilungen und auch kein Drang, nebenbei noch schnell etwas im Internet nachzuschauen.

Ich war einfach offline und hörte Musik.

Und genau darin lag für mich etwas Besonderes.

Natürlich höre auch ich Musik über moderne Streamingdienste. Sie sind praktisch, bieten eine riesige Auswahl und ermöglichen es, immer wieder neue Musik zu entdecken. Ich möchte deshalb das eine gar nicht gegen das andere ausspielen.

Aber heute mit meinem iPod classic fühlte es sich anders an.

Ich entschied mich bewusst für meine Musik und hörte einfach zu. Für ein paar Minuten musste ich nirgendwo online sein und konnte meine Mittagspause genießen.

Im Nachhinein dachte ich: Eigentlich war das eine kleine Form von Achtsamkeit.

Wir machen heute vieles gleichzeitig. Musik läuft, während wir Nachrichten beantworten, durch soziale Medien scrollen oder nebenbei etwas anderes erledigen. Dabei wird sie manchmal fast nur noch zur Hintergrundkulisse.

Heute merkte ich wieder, wie schön es sein kann, einfach nur zuzuhören.

Ein Lied bewusst wahrzunehmen. Auf die Stimme zu achten, auf die Instrumente, die Melodie und vielleicht auf kleine Details, die man sonst überhört.

Vielleicht ist es genau das, was ich an meinem iPod classic so mag: Er erinnert mich daran, dass ein Musikplayer einfach ein Musikplayer sein darf.

Kein Internet. Keine Ablenkung. Keine Benachrichtigungen.

Heute Mittag waren es einfach meine Musik und ein paar ruhige Minuten für mich. 🎶

Jetzt, am Abend, denke ich gerne an diesen kleinen Moment zurück. Manchmal sind es gerade solche unscheinbaren Pausen im Alltag, die besonders guttun.

Manchmal braucht es gar nicht mehr. 🌿🎧

Ein leiser Abschied – Danke, Krust

Seit 2004 begleitet mich die Musik von PVP/Wurzel5/Chlyklass. Über all die Jahre waren ihre Lieder immer wieder Teil meines Lebens – mal laut im Kopfhörer, mal leise im Hintergrund, aber immer mit einer ganz eigenen Berner Ehrlichkeit.

Die Nachricht vom Tod von Krust (Christoph Flury) hat mich traurig gemacht.

Beim Lesen der Worte seiner Weggefährten hat mich besonders eines berührt: Sie wünschen sich, dass nicht sein Tod im Mittelpunkt steht, sondern sein Leben, seine Musik und all das, was er geschaffen hat – und sogar noch schaffen konnte. Neue Lieder, neue Projekte und eine Solo-EP werden uns weiterhin an ihn erinnern.

Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

Im Buddhismus wird oft von Vergänglichkeit gesprochen. Alles, was entsteht, verändert sich irgendwann. Das bedeutet aber nicht, dass etwas verschwindet. Menschen leben in den Erinnerungen weiter, in den Begegnungen, die sie geprägt haben, und in dem, was sie anderen hinterlassen.

So empfinde ich es auch bei Krust.

Seine Musik wird bleiben. Sie wird weiterhin Menschen begleiten, Erinnerungen wecken und vielleicht auch zukünftige Generationen inspirieren.

Mein Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Kindern, seiner Familie, seinen Freunden und allen Menschen, die ihm nahestanden. Gleichzeitig wünsche ich ihnen viel Kraft und viele liebevolle Erinnerungen an einen Menschen, der bis zuletzt voller Ideen und Lebensfreude war.

Danke, Krust.

Danke für die Musik, die mich seit über zwanzig Jahren begleitet.

Ruhe in Frieden. 🕊️

Dalai Lama feiert seinen 91. Geburtstag – Gedanken zum Livestream

Am 6. Juli 2026 durfte ich den Livestream zum 91. Geburtstag Seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lama verfolgen. Bereits um 5:30 Uhr sass ich vor dem Bildschirm und freute mich darauf, diesen besonderen Moment mitzuerleben.

Es war schön zu sehen, wie Menschen aus den verschiedensten Ländern zusammenkamen, um gemeinsam zu feiern. Die Botschaften von Mitgefühl, Gewaltlosigkeit und Freundlichkeit, für die der Dalai Lama seit Jahrzehnten einsteht, haben mich auch dieses Jahr wieder tief berührt.

Mich begleitet ein Satz des Dalai Lama schon seit meiner Jugend:

„Meine Philosophie ist Freundlichkeit.“

Diese Worte erinnern mich immer wieder daran, wie wichtig ein respektvoller und friedlicher Umgang miteinander ist – im Alltag, bei der Arbeit und auf Reisen.

Ich wünsche Seiner Heiligkeit von Herzen alles Gute zum 91. Geburtstag, Gesundheit und noch viele Jahre, in denen er Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung und Inspiration schenken kann.

Happy Birthday, Your Holiness! 🙏🌸

Warum ich Kirchen, Klöster und Tempel fotografiere

Wer meinen Blog oder meinen Instagram-Kanal schon länger verfolgt, wird vielleicht bemerkt haben, dass ich besonders gerne Kirchen, Klöster und Tempel fotografiere. Immer wieder werde ich gefragt, warum gerade diese Orte einen so grossen Platz in meinem Leben einnehmen.

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Weil ich mich dort wohlfühle.

Es spielt für mich keine grosse Rolle, welcher Religion ein Ort angehört oder in welchem Land er sich befindet. Ob eine kleine Dorfkirche in der Schweiz, ein buddhistischer Tempel in Asien oder ein altes Kloster in den Bergen – sie alle haben etwas gemeinsam: Sie strahlen eine besondere Ruhe aus.

Wenn ich einen solchen Ort betrete, wird der Alltag für einen Moment leiser. Die Gedanken kommen zur Ruhe. Man hört den Wind, das Läuten einer Glocke oder einfach die Stille. Genau diese Augenblicke bedeuten mir viel.

Ich fotografiere diese Gebäude nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Architektur. Natürlich bewundere ich die Kunst, die Geschichte und die vielen kleinen Details. Doch viel wichtiger ist für mich das Gefühl, das diese Orte vermitteln.

Sie erinnern mich daran, wie wichtig es ist, auch im eigenen Leben immer wieder Momente der Ruhe zu finden.

Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb ich auf Reisen fast automatisch Kirchen, Klöster oder Tempel besuche. Für mich gehören sie zu den schönsten Orten einer Stadt oder eines Landes. Sie erzählen Geschichten über Menschen, Kulturen und Generationen. Gleichzeitig laden sie dazu ein, einfach einmal innezuhalten.

Mit meinen Fotos möchte ich deshalb nicht nur Gebäude zeigen. Ich möchte die Atmosphäre einfangen. Vielleicht gelingt es dem einen oder der anderen, beim Betrachten meiner Bilder selbst einen kleinen Moment der Ruhe zu erleben.

Gerade heute, in einer Welt, die oft schnell und laut geworden ist, brauchen wir solche Orte mehr denn je.

Und vielleicht liegt genau darin ihre grösste Schönheit.

Achtsamkeitsübung: Die Leerheit erkennen – Ursprung & Bedingung

In der buddhistischen Philosophie bedeutet Leerheit (Śūnyatā) nicht, dass etwas nicht existiert.

Vielmehr verweist sie darauf, dass nichts unabhängig und aus sich selbst heraus existiert. Alles entsteht in Abhängigkeit – durch Bedingungen, Beziehungen, Ursachen.

Diese Einsicht kann uns helfen, innerlich freier, mitfühlender und gelassener zu werden.

Mit dieser kleinen Achtsamkeitsübung kannst du das im Alltag ganz direkt erfahren:

Was du brauchst

•Einen ruhigen Moment (5–10 Minuten)

•Einen einfachen Gegenstand: z. B. eine Tasse, ein Blatt Papier, einen Stein

Die Übung in vier Schritten

1. Still werden und den Gegenstand betrachten

Nimm deinen gewählten Gegenstand in die Hand. Atme ruhig. Schau ihn dir in Ruhe an – mit neugierigen, frischen Augen.

2. Fragen stellen

Frage dich ganz offen:

•Woher kommt dieser Gegenstand?

•Was war alles nötig, damit er heute hier vor dir liegt?

•Könnte er allein, unabhängig entstanden sein?

Vielleicht erkennst du:

In dieser einen Tasse steckt die Arbeit vieler Menschen. Materialien aus der Erde. Zeit, Wissen, Transport. Sonne, Regen, Maschinen, Gedanken…

3. Leerheit erkennen

Spüre hinein:

„Dieser Gegenstand ist leer von eigenständigem, unabhängigem Sein.

Er existiert nur durch viele Ursachen und Bedingungen.

Das ist die Bedeutung von Leerheit:

Nicht das Nichts – sondern das tiefe Verbundensein aller Dinge.

4. Auf dich selbst übertragen

Auch du bist nicht „einfach so“.

Du bist das Ergebnis von unzähligen Bedingungen: Familie, Kultur, Begegnungen, Erfahrungen, Gedanken.

Auch dein momentanes Empfinden entsteht durch viele innere und äussere Faktoren.

Diese Sichtweise macht das Herz weich.

Sie befreit vom starren Festhalten.

Und sie schenkt Mitgefühl – auch dir selbst gegenüber.

Wirkung

Wenn du diese Übung öfter machst, verändert sich dein Blick auf die Welt:

•Du erkennst: Alles hängt zusammen.

•Du wirst gelassener, weil nichts fest ist.

•Du übst Mitgefühl – für andere und dich selbst.

Mitgefühl und Mitleid – zwei ähnliche Worte, zwei sehr unterschiedliche Energien

In unserem Alltag begegnen uns immer wieder Situationen, in denen Menschen leiden, kämpfen oder still ihre Last tragen. Oft sagen wir dann: „Ich habe Mitleid mit dir.“

Doch aus buddhistischer Sicht – und auch aus meiner eigenen Erfahrung – lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl?

Diese beiden Worte klingen ähnlich, doch sie entstehen aus sehr unterschiedlichen inneren Haltungen.

Was ist Mitleid?

Mitleid bedeutet, das Leid eines anderen wahrzunehmen und sich davon berühren zu lassen. Doch oft schwingt dabei – meist unbewusst – ein Gefühl von Distanz oder sogar Überlegenheit mit:

Ich stehe hier – du stehst dort unten.

Mitleid kann sich schwer anfühlen. Es zieht uns manchmal nach unten, macht hilflos oder lässt uns innerlich erstarren. Wir sehen das Leid, aber wissen nicht, wie wir wirklich helfen können. Dadurch bleibt oft eine Trennung bestehen.

Mitleid sagt leise:

„Du leidest – und ich beobachte es.“

Was ist Mitgefühl?

Mitgefühl geht einen Schritt weiter – und gleichzeitig tiefer.

Es bedeutet nicht nur, das Leid zu erkennen, sondern dem anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

Mitgefühl sagt:

„Ich sehe dich. Ich fühle mit dir. Und du bist nicht allein.“

Mitgefühl ist warm, offen und verbunden. Es entsteht aus dem Herzen und trägt den Wunsch in sich, Leid zu lindern – sei es durch ein Gespräch, eine kleine Geste, Zuhören oder einfaches Dasein.

Ein Gedanke des Dalai Lama

Der Dalai Lama bringt den Kern von Mitgefühl sehr schön auf den Punkt:

„Wenn du willst, dass andere glücklich sind, übe Mitgefühl.

Wenn du selbst glücklich sein willst, übe Mitgefühl.“

Dieses Zitat erinnert mich immer wieder daran, dass Mitgefühl nicht nur anderen hilft – sondern auch uns selbst.

Warum Mitgefühl heilsamer ist als Mitleid

Mitleid bleibt oft im Kopf.

Mitgefühl kommt aus dem Herzen.

Mitleid sieht das Problem.

Mitgefühl sieht den Menschen.

Mitleid kann müde machen.

Mitgefühl schenkt Kraft – auf beiden Seiten.

Wenn wir mitfühlend sind, entsteht Verbindung. Und Verbindung ist eine der stärksten heilenden Kräfte, die wir kennen.

Mitgefühl im Alltag leben

Mitgefühl zeigt sich nicht nur in grossen Taten. Oft sind es die kleinen Dinge:

• Ein ehrliches Zuhören

• Ein freundlicher Blick

• Ein paar aufmunternde Worte

• Geduld statt Urteil

Jede dieser Gesten kann für jemanden den Unterschied machen.

Ein stiller Abschlussgedanke

Vielleicht können wir uns jeden Tag still fragen:

„Wie kann ich heute ein kleines bisschen mehr Mitgefühl in die Welt bringen?“

Schon dieser Gedanke verändert etwas.