Kategorie: Buddhismus

Achtsamkeitsübung: Die Leerheit erkennen – Ursprung & Bedingung

In der buddhistischen Philosophie bedeutet Leerheit (Śūnyatā) nicht, dass etwas nicht existiert.

Vielmehr verweist sie darauf, dass nichts unabhängig und aus sich selbst heraus existiert. Alles entsteht in Abhängigkeit – durch Bedingungen, Beziehungen, Ursachen.

Diese Einsicht kann uns helfen, innerlich freier, mitfühlender und gelassener zu werden.

Mit dieser kleinen Achtsamkeitsübung kannst du das im Alltag ganz direkt erfahren:

Was du brauchst

•Einen ruhigen Moment (5–10 Minuten)

•Einen einfachen Gegenstand: z. B. eine Tasse, ein Blatt Papier, einen Stein

Die Übung in vier Schritten

1. Still werden und den Gegenstand betrachten

Nimm deinen gewählten Gegenstand in die Hand. Atme ruhig. Schau ihn dir in Ruhe an – mit neugierigen, frischen Augen.

2. Fragen stellen

Frage dich ganz offen:

•Woher kommt dieser Gegenstand?

•Was war alles nötig, damit er heute hier vor dir liegt?

•Könnte er allein, unabhängig entstanden sein?

Vielleicht erkennst du:

In dieser einen Tasse steckt die Arbeit vieler Menschen. Materialien aus der Erde. Zeit, Wissen, Transport. Sonne, Regen, Maschinen, Gedanken…

3. Leerheit erkennen

Spüre hinein:

„Dieser Gegenstand ist leer von eigenständigem, unabhängigem Sein.

Er existiert nur durch viele Ursachen und Bedingungen.

Das ist die Bedeutung von Leerheit:

Nicht das Nichts – sondern das tiefe Verbundensein aller Dinge.

4. Auf dich selbst übertragen

Auch du bist nicht „einfach so“.

Du bist das Ergebnis von unzähligen Bedingungen: Familie, Kultur, Begegnungen, Erfahrungen, Gedanken.

Auch dein momentanes Empfinden entsteht durch viele innere und äussere Faktoren.

Diese Sichtweise macht das Herz weich.

Sie befreit vom starren Festhalten.

Und sie schenkt Mitgefühl – auch dir selbst gegenüber.

Wirkung

Wenn du diese Übung öfter machst, verändert sich dein Blick auf die Welt:

•Du erkennst: Alles hängt zusammen.

•Du wirst gelassener, weil nichts fest ist.

•Du übst Mitgefühl – für andere und dich selbst.

Dalai Lama bekommt mit 90 Jahren Grammy Award

Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama hat an den Grammy Awards 2026 seinen ersten Grammy gewonnen. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle🙏✨

Er war mit seinem Meditation Album „Meditations: The Reflections of His Holiness the Dalai Lama“ nominiert. Also genau genommen ist es ein Hörbuch. Aktuell liegen mir keine Infos vor ob es das Hörbuch auch in Deutsch gibt.

Weiter Infos gibt es hier.

Der 90. Geburtstag des Dalai Lama – Ein Tag für Mitgefühl

Am 6. Juli 2025 feiert der Dalai Lama seinen 90. Geburtstag.

Ein Moment, der weit über ein persönliches Jubiläum hinausgeht – es ist ein Tag, der Menschen auf der ganzen Welt verbindet.

In Dharamsala finden feierliche Zeremonien und Gebete statt. Viele Menschen reisen an, andere verfolgen die Feier im Livestream – sogar mit deutscher Übersetzung.

Es ist ein stilles, aber starkes Zeichen: für Frieden, für Dialog, für Mitmenschlichkeit.

Gerade jetzt, wo die Welt oft laut und zerrissen wirkt, erinnert uns dieser Tag daran, wie viel Kraft im gewaltlosen Weg liegt.

Im Zuhören. Im Respekt. Im Mitgefühl.

Der Dalai Lama zeigt uns seit Jahrzehnten, dass echter Frieden im Inneren beginnt – und dass wir alle Verantwortung dafür tragen, ihn nach aussen zu tragen.

Vielleicht nehmen wir uns an diesem Tag ein paar Minuten Zeit.

Zum Innehalten.

Zum Nachdenken.

Und um uns zu fragen:

Wie können wir selbst zu mehr Mitgefühl beitragen?

Innerer Frieden durch Meditation – ein Weg zurück zu dir selbst🧘🏻‍♂️

Manchmal spüre ich, wie das Leben mich mitreissen will – mit all seinen Geräuschen, Anforderungen, Ablenkungen. Nachrichten flackern auf dem Bildschirm, Termine füllen den Kalender, und irgendwo dazwischen verliert sich oft das, was eigentlich zählt: die Stille in mir.

Ich habe gelernt, dass ich dieser Stille nicht nachrennen muss. Sie ist nicht irgendwo da draussen. Sie wartet nicht in einem fernen Kloster oder an einem perfekten Ort. Sie ist hier. Jetzt. In mir – sobald ich bereit bin, einen Moment lang still zu werden.

Der erste Schritt: Hinsetzen, atmen, ankommen

Meditation ist für mich kein Ziel. Es ist ein Heimkommen. Ich setze mich hin, so wie ich bin – mit müden Augen, einem unruhigen Geist oder einem vollen Herzen. Und dann atme ich.

Ein. Aus.

Ganz natürlich.

Kein Zwang. Keine Erwartung. Nur ein stilles Dasein.

Und mit jedem Atemzug spüre ich: Ich bin da. Ich muss nichts tun. Ich darf einfach nur sein.

Was innerer Frieden für mich bedeutet

Innerer Frieden ist kein Dauerzustand. Es ist ein Raum, den ich in mir kultiviere. Manchmal finde ich ihn schnell – manchmal dauert es länger. Aber ich weiss: Er ist immer da. Auch wenn der Alltag tobt, auch wenn Gedanken laut sind – irgendwo in mir gibt es diesen leisen Ort, der unberührt bleibt.

Er erinnert mich daran, dass ich nicht alles kontrollieren muss. Dass das Leben fliessen darf. Dass ich atmen kann, auch wenn es schwer wird.

Kleine Rituale für jeden Tag

Ich glaube nicht, dass es „die perfekte Meditation“ gibt. Aber ich glaube an kleine Rituale, die den Tag weicher machen:

  • Ein paar bewusste Atemzüge am Morgen, bevor ich aufstehe.

  • Ein kurzer Moment der Stille in der Mittagspause, vielleicht mit geschlossenen Augen.

  • Eine Kerze am Abend, die ich entzünde, um den Tag loszulassen.

 

Diese kleinen Inseln schenken mir Ruhe – nicht weil sie alles verändern, sondern weil sie mich verändern. Sie erinnern mich daran, dass ich mehr bin als meine Gedanken.

Wenn Gedanken laut sind

 

Es gibt Tage, da ist mein Geist wie ein unruhiges Meer. Gedanken kommen und gehen, manche laut, manche schwer. Früher habe ich dagegen angekämpft. Heute beobachte ich sie. Ich schaue ihnen zu wie Wolken am Himmel. Ich sage: „Ich sehe euch. Ihr dürft da sein. Aber ich bin nicht ihr.“

Und das bringt Frieden.

Einladung zum Innehalten

 

Wenn du das Gefühl hast, dich selbst verloren zu haben – setz dich. Atme. Lausche.

Nicht auf die Welt da draussen, sondern auf das leise Flüstern in dir.

Dort, in dieser Stille, wartet dein Frieden.

🕯 Ein Moment der Stille – geführter Meditation-Impuls 

 

Setze dich bequem hin. Lass die Schultern sinken.

Schliesse deine Augen – ganz sanft. Du musst nichts tun. Du darfst einfach nur da sein.

Spüre, wie dein Körper getragen wird.

Vielleicht hörst du Geräusche – das ist in Ordnung. Lass sie kommen und gehen.

Richte nun deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.

Einatmung: Spüre, wie die Luft dich erfüllt.

Ausatmung: Lass los. Alles, was du gerade nicht brauchst.

Wiederhole innerlich, ganz still:

„Mit dem Einatmen komme ich bei mir an.“

„Mit dem Ausatmen lasse ich los.“

Atme so für ein paar Minuten – oder so lange, wie es dir guttut.

Wenn Gedanken kommen, begrüße sie freundlich. Du musst ihnen nicht folgen.

Dein Atem ist wie ein Anker. Du bist sicher. Du bist da.

Am Ende:

Lege eine Hand auf dein Herz.

Und spüre: Du bist genug. Genau jetzt. Genau so.