Nemo – God’s a Raver – ein Song für die Seele und das Herz

Als ich „God’s a Raver“ von Nemo das erste Mal hörte, war ich überrascht – und sofort berührt. Die Musik sprüht, die Stimme trägt, und trotzdem ist da ein zarter Kern, der mich innerlich still werden lässt.

Nemo, gewinnen­de Stimme der Schweiz, singt hier nicht nur – they tanzt in jedem Ton. Es ist, als würde ein vertrauter Gedanke aufleuchten: Musik kann genau dort heilen, wo Worte allein stillstehen.

Obwohl ich den Text nicht Wort für Wort kenne, klingt etwas Hoffnungvolles darin – eine Feier des Lebens und des Augenblicks. Und das wirkt in seiner Unmittelbarkeit: klar, sommerlich, echt.

Eine Einladung zur inneren Feier

Für mich ist dieser Song nicht nur ein Titel. Er ist eine Einladung. Zu tanzen – im Aussen oder im Inneren. Und zu merken:

Auch Musik kann meditieren. Auch Musik kann zur Achtsamkeit werden.

Vielleicht ist das, was zählt, ja gerade das – ein Moment, in dem wir uns lebendig fühlen. Verbunden. Mit uns selbst. Mit unserer Freude. Mit dem Klang unserer eigenen Geschichte.

Kleine Inseln der Ruhe im Alltag

Der Alltag kann manchmal hektisch sein. Arbeit, Termine, Erledigungen – alles läuft oft im schnellen Takt. Doch gerade in dieser Geschwindigkeit sind kleine Momente der Ruhe besonders wertvoll.

Ich habe für mich entdeckt, dass es nicht die grossen Pausen sind, die zählen, sondern die kleinen Inseln der Achtsamkeit. Am Abend gönne ich mir zum Beispiel oft eine Tasse Tee. Einfach nur sitzen, den warmen Duft wahrnehmen, den ersten Schluck ganz bewusst geniessen – das bringt meinen Körper und Geist zur Ruhe. Manchmal lese ich dazu ein Buch. Nicht täglich, aber immer dann, wenn ich spüre, dass ich mir diese Zeit schenken möchte. Es sind diese kleinen Rituale, die mir helfen, den Tag achtsam abzuschliessen.

Achtsamkeit bedeutet nicht, stundenlang zu meditieren oder sich komplett zurückzuziehen. Sie beginnt schon im Kleinen: beim bewussten Atmen, beim Geniessen einer Mahlzeit, beim Hören von Musik oder beim Beobachten der Natur.

Es tut gut, sich solche Momente zu schaffen – kleine Inseln, die uns im Alltag Halt geben und Gelassenheit schenken.

Wiedergeburt und Non-Binarität – ein achtsamer Gedankengang aus buddhistischer Sicht

Es gibt Momente im Leben, da berühren sich äussere Themen und innere Wege ganz sanft. So ist es mir kürzlich ergangen, als ich über das Thema Non-Binarität nachgedacht habe – ein Begriff, der in unserer heutigen Zeit oft auftaucht. Und dabei kam mir eine Frage: Könnte das vielleicht auch in Verbindung mit dem buddhistischen Verständnis von Wiedergeburt stehen?

🔄 Alles ist im Wandel – auch Identität

Im Buddhismus lernen wir, dass nichts dauerhaft ist. Weder unser Körper noch unsere Gedanken, weder unsere Gefühle noch das, was wir „Ich“ nennen. Was wir als Selbst empfinden, ist in Wirklichkeit ein fliessender Prozess, zusammengesetzt aus verschiedenen Elementen – den sogenannten fünf Skandhas.

Wenn also alles im Wandel ist, warum sollte auch unsere Geschlechtsidentität nicht Teil dieses natürlichen Flusses sein? Vielleicht ist sie kein starres Konstrukt, sondern ein Ausdruck unseres jetzigen Lebensmoments, unserer Geschichte – ja, vielleicht sogar unserer früheren Leben.

🧬 Wiedergeburt – ein Bewusstsein auf Reise

Im tibetischen Buddhismus glaubt man, dass sich das Bewusstsein nach dem Tod weiterentwickelt – von einem Leben ins nächste. Man wird vielleicht als Frau wiedergeboren, dann als Mann, dann vielleicht als Tier oder in einer feinstofflichen Ebene. Jede Inkarnation bringt neue Erfahrungen, neues Karma, neue Prägungen.

Was aber, wenn dieses Bewusstsein viele unterschiedliche Geschlechtererfahrungen mit sich trägt? Was, wenn jemand in einem neuen Körper geboren wird – und sich innerlich nicht eindeutig als Mann oder Frau fühlt?

Vielleicht liegt genau hier ein möglicher Zusammenhang:

Non-Binarität könnte ein Ausdruck davon sein, dass ein Bewusstsein nicht mehr in die klassischen Kategorien passen möchte – oder kann.

🌟 Jeder Mensch trägt eine Geschichte in sich

Wenn ich heute Menschen begegne, die sich als non-binär, trans oder queer bezeichnen, dann spüre ich nicht Trennung – sondern Verbindung.

Denn jeder Mensch trägt eine tiefe Geschichte in sich, oft auch viel Leid, Mut und Selbstannahme.

Im Buddhismus geht es darum, Leiden zu überwinden – und Mitgefühl für alle Wesen zu entwickeln. Und deshalb ist es für mich ganz selbstverständlich, dass jeder Mensch genau so angenommen werden soll, wie er oder sie oder sie ist*.

💬 Worte des Dalai Lama

Der Dalai Lama sagte einst:

„Alle Menschen – gleich welcher Orientierung – wollen glücklich sein und kein Leid erfahren. Das ist das, was zählt.“

Nicht das Geschlecht, nicht das Äussere macht einen Menschen aus – sondern das Herz, das Mitgefühl und die Achtsamkeit.

🕊️ Fazit – Ein stiller Gedanke

Vielleicht ist Non-Binarität nicht nur ein gesellschaftliches Thema, sondern auch ein spirituelles Zeichen unserer Zeit.

Ein Zeichen dafür, dass das Bewusstsein alte Grenzen hinter sich lässt.

Und dass wir als Gesellschaft – und als spirituelle Wesen – lernen dürfen, offener zu denken, achtsamer zu fühlen und tiefer zu verstehen.

💫 Meine Philosophie ist Freundlichkeit

 

(Ein Zitat des Dalai Lama – und mein innerer Kompass)

Es gibt Sätze, die begleiten uns durchs Leben.

Für mich ist es dieser:

„Meine Philosophie ist Freundlichkeit.“

– Der 14. Dalai Lama

Ich habe dieses Zitat zum ersten Mal gehört, da war ich 14.

Noch jung, aber offen für das, was mein Herz berühren konnte.

Und genau das hat dieser Satz getan.

🌱 Freundlichkeit als Weg

Freundlich zu sein – das klingt so einfach.

Fast wie etwas Selbstverständliches.

Aber je länger ich lebe, desto mehr merke ich, wie tief dieser Satz wirklich geht.

Freundlichkeit ist kein Konzept.

Es ist eine Haltung.

Ein tägliches Üben.

Eine Entscheidung – in Gedanken, Worten und Taten.

☀️ Im Alltag

Ob ich im Coop arbeite, Kund:innen weiterhelfe, Einkaufswagen zurückbringe oder einfach einem Menschen begegne:

Freundlichkeit ist mein Fundament.

Nicht, weil ich immer in bester Stimmung bin.

Sondern, weil ich glaube, dass jeder Mensch Respekt verdient – egal, wie kurz der Kontakt ist.

Ein Lächeln, ein echtes Zuhören, ein geduldiges Wort – all das kann einen Unterschied machen.

Nicht nur für den anderen.

Auch für mich.

🕊️ Eine stille Kraft

Freundlichkeit ist leise.

Sie braucht keine Bühne.

Aber sie wirkt.

Und oft genau dort, wo man es nicht erwartet.

Ich glaube nicht daran, dass wir die Welt mit Gewalt oder Wut verändern können.

Aber ich glaube fest daran, dass wir mit Freundlichkeit Samen säen –

für ein menschlicheres Miteinander.

💭 Ein Zitat, das bleibt

 

Auch heute – Jahrzehnte später – trägt mich dieses Zitat.

Es erinnert mich daran, wer ich sein will.

Wie ich leben möchte.

Und was ich anderen geben kann, selbst in kleinen Momenten.

Meine Philosophie ist Freundlichkeit.

So einfach.

So tief.

So wahr.

Die wahren Lehrer:innen

Im Buddhismus heisst es, dass nicht nur Freunde oder Weggefährten unsere Lehrer:innen sind – sondern gerade jene Menschen, die uns herausfordern. Die uns irritieren, provozieren, oder mit ihren Worten und Taten unsere Ruhe auf die Probe stellen.

Ich durfte das kürzlich selbst erfahren. Eine Situation, die im ersten Moment Unverständnis und vielleicht auch Ärger auslösen konnte, wurde zu einer stillen Lektion in Achtsamkeit. Anstatt zu reagieren, habe ich beobachtet. Anstatt zu rechtfertigen, habe ich geatmet. Und statt in Diskussionen einzusteigen, habe ich innerlich einen Schritt zurückgemacht.

Denn manchmal – das lehrt mich der Dharma – zeigt sich wahre Stärke nicht im Gewinnen eines Wortgefechts, sondern im stillen Bewahren des eigenen Friedens.

So werden aus Konfrontationen Gelegenheiten. Und aus schwierigen Menschen… wahre Lehrmeister:innen.

Buch Empfehlung: Starke Frauen im Buddhismus – Ein stiller Weg voller Kraft


Beim Durchblättern des Buches
„Starke Frauen im Buddhismus“ von Lama Agnes Pollner spürt man sofort:

Hier geht es nicht nur um Geschichte – sondern um Geschichten.

Lebenswege von Frauen, die im Buddhismus tiefe Spuren hinterlassen haben, in Indien, China und Japan.

In der Öffentlichkeit stehen oft die bekannten Namen – grosse Lehrer, Mönche, Linienhalter.

Doch dieses Buch lenkt den Blick auf jene, die oft im Hintergrund gewirkt haben.

Still. Kraftvoll. Beharrlich.

Achtsamkeit, Weisheit, Mut

Es sind Porträts von Frauen, die sich trotz sozialer Begrenzungen ihren spirituellen Weg erkämpft haben.

Die meditiert, gelehrt, gedient und losgelassen haben – inmitten einer oft männlich geprägten Umgebung.

Was mich besonders berührt hat:

Diese Geschichten sind keine Heldinnenerzählungen im klassischen Sinn.

Sie erzählen von Zweifeln. Von Durchhaltewillen. Von tiefer Einsicht.

Sie zeigen:

Auch in Zurückgezogenheit, in Sanftheit, liegt grosse Kraft.

Ein Buch, das den Blick weitet

Für mich ist dieses Buch mehr als eine Sammlung von Biografien.

Es ist eine Einladung, unser eigenes Bild von „Stärke“ zu überdenken.

Was bedeutet es, stark zu sein – im buddhistischen Sinn?

Vielleicht bedeutet es: dem Leben mit Mitgefühl zu begegnen, auch wenn es weh tut.

Oder dem inneren Weg zu folgen, selbst wenn er steinig ist.

Warum es heute so wichtig ist

In einer Zeit, in der viele laute Stimmen nach Aufmerksamkeit rufen, tut es gut, leise Stimmen zu hören.

Die von Frauen, die nicht im Rampenlicht standen – und doch bis heute leuchten.

Das Buch erinnert mich daran, wie vielfältig der Buddhismus ist.

Und dass spirituelle Tiefe nicht vom Geschlecht abhängt, sondern von Aufrichtigkeit, Herz und Hingabe.

Zum Innehalten und Weitergehen

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich für den inneren Weg interessieren – besonders jenen, die sich inspirieren lassen möchten von leisen, aber starken Stimmen.

Vielleicht entdeckst du darin nicht nur andere,

sondern auch dich selbst ein Stück mehr.